Wenn die Welt stillsteht

Ein Kollege der stündlich die neuesten Corona Zahlen vorliest, Bildempört lamentiert warum der Shutdown nich kommt ist nicht hilfreich, wenn man gegen die eigenen Ängste kämpft damit diese nicht die Überhandgewinnen.
Nach 1 Woche Krankschreibung ging es wieder etwas besser und gleich ins Homeoffice. Das klingt angenehmer als es ist. Fun Fact: Hieß es Jahre lang, nein, geht nicht ist nicht möglich, wurde es jetzt innerhalb 1 Woche auf die Beine gestellt. Läuft jetzt in Woche 2 auch einigermaßen rund.
Schön das die Geschäftsführung sich nun beschwert das ja alles so viel langsamer geht, wir nicht die gleiche Menge an Jobs schaffen wie gewohnt. Und als besonderes Ostergeschenk darf man (klar) unentgeltlich einen Job abarbeiten. Geil. Noch vor 2 Wochen mußten alle unterschreiben mit Kurzarbeit einverstanden zu sein. Ich bin immer bereit flexibel auf Anforderungen zu reagieren, solange ich gleiches von meiner Firma erwarten kann.
Nach x-Überstunden für umsonst darf ich aber wenn nichts los ist mir den Arsch wundsitzen, denn früher gehen gibt es nicht. Mal zum Arzt, klar, nimm dir doch bitte einen halben Tag Urlaub. Somit danke, aber ich habe jetzt erstmal 1 Woche Urlaub und Ostern gehört für mich dazu.

Und je mehr ich sehe wie es in anderen Firmen gehandhabt wird desto enttäuschter bin ich von meiner Firma. Und auch hatte ich Recht, die neue Geschäftsführung hat es insgesamt zum schlechteren verändert.
Es ist eine absolute hire and fire Mentalität entstanden die ich nicht als angenehm bezeichnen würde. Stetig neue Gesichter, die nach kurzer Zeit verschwinden, keiner weiß wer diese Menschen sind, welcher Abteilung sie angehören. Und immer die Angst (welche ja ordentlich gepflegt wird) den Job verlieren zu können.
Die gesamte Grundstimmung bei den Kollegen war inzwischen unterirdisch. Gereizt, genervt, latent aggressiv, bis depressiv…
Aber ist ja alles nicht so. Bildet man sich ja nur ein. Statt dessen, Durchhalte Parolen. Abgedroschen. Ausgelutscht.
Erstklassiger Mindfuck.

Ich habe lange mit mir gerungen und hin- und herübrelegt was der nächste Schritt für mich sein könnte, was ich denn machen möchte, da eines sich immer deutlicher abgezeichnet hat, ich bin dort sehr unzufrieden und ich habe kaum noch etwas gefunden warum ich dort hin möchte. Diese Dissonanz hinterließ immer mehr Spuren auf meinem Körper. Alte, sehr schlechte Gewohnheiten nahmen immer mehr überhand.
Dermatillomania. Oder auch als compulsive skin picking disorder bekannt. Plus Zunahme, weil ich die unangenehmen Gefühle und Emotionen auszugleichen versuchte. Und was immer schnell funktioniert (aber nur auf kurze Sicht) sind Süßigkeiten und andere hochkalorische Lebensmittel.
Abnehmen geht so natürlich nicht besonders gut, was weitere Probleme aufwirft. Dann die Frage, dieser Scheiß Virus, kann ich einen Jobwechsel riskieren? Kriege ich was anderes? Wenn ja, was?

Bei 4 Firmen habe ich mich beworben, eine Bewerbung war initiativ. Und nur 1 Absage bekommen. 3 Zusagen für Gespräche. Ich war überwältigt. So eine gute Ausbeute hatte ich noch nie! Bewerbungsgespräch 1 haben wir, der Sicherheit geschuldet, digital gemacht, war eine interessante Erfahrung. Wir wollen in 4 Wochen nochmal nachfassen. Das 2. Gespräch wurde auf Grund des Virus erstmal verschoben, und Gespräch 3. persönlich, 1 Woche später Probetag, 1 Woche Später den neuen Vertrag auf dem Tisch. Auch das neuester Rekord.

Glücklich. Die Konditionen sind traumhaft. Es bleibt der alte Fahrtweg. Und der neue Arbeitgeben verlangt Flexibilität, die er den Arbeitnehmern aber auch entgegenbringt. Mega! Ich kenne dort auch schon ein paar Kollegen von einem vorherigen Arbeitgeber und die sind super zufrieden. Ich fühle mich erleichtert, und befreit.
Ja. Ich weiß auch dort wird nicht alles Gold sein, aber es wird um vieles Besser. Stundenkonto z.B. Überstunden, kein Problem, die Stunden werden erfasst und können entsprechend genommen werden, für Arztbesuche oder andere Termine.

Und sonst so.
Ich vermisse die Frühlingsausflüge zu meinen geliebten Deichschweinen (aka Deichschafe)…
Vermisse es mit meiner Freundin ganz unbeschwert Kaffee trinken zu können, oder meine Mom besuchen zu können. Meine Mutter hat eine beginnende Demenz, um so schlimmer finde ich es, sie jetzt nicht besuchen können, wer weiß wann der nächste Schub kommt, und wie viel dann verloren sein wird….
Andererseits hört man von Leuten die irgendwie in der Versenkung verschwanden, und ich freue mich zu hören das es ihnen gut geht.

Im Netz habe ich auf Instagram Patrick Stewart entdeckt, der jeden Tag ein Sonet vorliest. Eine schöne Idee wie ich finde und erbaulich.
Ebenso habe ich endlich den Wonder Wrap angefangen der eigentlich ein Crochet-Along war, und er wächst erstaunlich schnell.
Im Garten habe ich ein paar Blümchen gepflanzt und ausgesät. Genieße die schönen und warmen Tage. Mittagspause im Garten hat was. 😉
Zum lesen habe ich im Moment leider die Ruhe nicht, aber ich bin ganz gut dabei. Meine 12 in 12 Challenge läuft bin bei 4/12.

Plötzlich blieb irgendwie die Welt ein bißchen stehen. Keine Flugzeuge am Himmel, kaum Autos auf den Straßen. Man hört so viele Vögel singen. Kein Lärm. Beim einkaufen atmet dir nun niemand mehr ungeduldig in den Nacken.
And I think it’s beautiful.

Last but not least:

3 Comments on “Wenn die Welt stillsteht

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